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Über mich

Fürchten Sie bitte keine langen biografischen Ausführungen. Das folgende soll lediglich begründen, wie die Auswahl auf meinen Seiten zustande kommt: Kunst, Kunstgeschichte und Beiträge zur Geschichte der kleinen Stadt Friedrichstadt an der Eider.

Wenn ich (geb. 1938) jetzt im höheren Alter an meine jungen Jahre zurückdenke, war die Studienzeit an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg die schönste. 
Mein Studium begann ich mit dem Sommersemester 1957.
Die Grundsemester bei Kurt Kranz und Georg Gresko dienten vorwiegend dazu, uns die Flausen auszutreiben. „Ihr denkt, ihr seid Künstler. Bildet euch nichts ein.“ Im ersten Semester durften wir nur schwarz-weiß arbeiten, am Schluss des Halbjahrs etwas Rötel oder Sepia hinzunehmen. 
Nach dem ersten Jahr fielen wir sozusagen in die völlige Freiheit. Niemand gab uns Aufgaben oder schrieb Themen vor. Heinz Trökes – Leiter der Freien Graphik – und danach Walter Arno, der einen Lehrauftrag hatte, kamen ein- bis zweimal in der Woche zur Korrektur. Wir mussten lernen, dass Freiheit auch anstrengend sein kann. Wir suchten und fanden Vorbilder unter den jungen Künstlern, wie Gisela Bührmann und Reinhard Drenkhahn. Im Studienjahr vor meinem Examen kam Kai Sudeck als Inhaber eines Lehrauftrags an die Hochschule. Er wurde erst drei Jahre später zum Professor berufen. Zu ihm, der nur 10 Jahre älter war als ich, entstand ein besonderes Vertrauensverhältnis. Er begleitete mich ins Examen, die mündliche Prüfung in Kunstgeschichte übernahm Otto Stelzer. Sudeck riet trotz gutem Examen ab, ein Leben als freier Künstler führen zu wollen. Nur eine verschwindend kleine Minderheit der Hochschulabsolventen sei dabei erfolgreich. Die Mehrheit der Kunststudenten hatte sich sozusagen als Rettungsring auch an der Universität für das Studium der Erziehungswissenschaft eingeschrieben. Damit öffnete sich die Möglichkeit eines Weges in den Lehrerberuf. Kunstlehrer wurden gesucht. 
Ich arbeitete 40 Jahre als Pädagoge, 10 Jahre als Lehrer, 10 Jahre als Schulleiter der Schule An der Gartenstadt in Hamburg Wandsbek und 20 Jahre als Oberschulrat. Die Entscheidung bereue ich nicht, es waren überwiegend gute Jahre.
Gezeichnet und gemalt habe in all diesen Jahren in meiner freien Zeit. Eine Auswahl der Arbeiten zeige ich auf den Folgeseiten.

Erhart Mitzlaff

Meine Frau und ich haben schon als junge Eheleute begonnen, im Rahmen unserer jeweiligen Möglichkeiten Kunst zu sammeln. Wir lernten so nicht wenige Künstler kennen. Am engsten gestaltete sich mit den Jahren der Kontakt zu Erhart Mitzlaff. Wir fuhren von den 70er Jahren an oft nach Quelkhorn nahe Fischerhude bei Bremen, um seine neuesten Holzschnitte und Ölbilder zu sehen. Erhart bat mich bald, bei seinen Ausstellungen zur Eröffnung zu sprechen. Es entstand trotz des Altersunterschieds eine Freundschaft. Nach seinem zu frühen Tod fühlte ich mich verpflichtet, etwas beizutragen, dass die Erinnerung an ihn erhalten bleibt. Ich begann, ein Verzeichnis seiner Druckgrafik zusammenzustellen: Die Holzschnitte Erhart Mitzlaffs.

Geschichte

Als Lehrer benötigt man ein zweites Bein, um sicher zu stehen. Ich wählte Geschichte.  Der Weg von der Kunstgeschichte zum Fach Geschichte war nur ein kleiner Sprung. Wir studierten an der Universität Hamburg bei Wolfgang Schöne Kunstgeschichte. Das war für jeden Studenten an der HfbK nicht nur nebenbei verpflichtend, sondern auch Prüfungsfach. Von der braunen Vergangenheit in seiner Zeit als junger Mann war bei Schöne nichts mehr zu spüren. In seinen Vorlesungen und Seminaren lernten wir, dass die Interpretation eines Kunstwerks ohne genaue Betrachtung des historischen Umfelds unmöglich ist. 
Das ist natürlich auch bei Gustav Vigeland nicht anders. Er ist gerade in Deutschland historisch allzu oft in die falsche Ecke gestellt worden. Dadurch wurde seine Kunst abgewertet. Dazu möchte ich gern meine Meinung sagen.

Zur Beschäftigung mit der Geschichte Friedrichstadts kam ich auf einem anderen Weg. Nachdem meine Frau in Rente und ich in Pension gegangen waren, zogen wir im Jahr 2000 von Hamburg in die kleine Stadt an Eider und Treene um. Wir besaßen dort bereits seit 1980 ein Wochenendhaus, in dem ich auch mein Atelier hatte.
Wir fanden den Ort sehr ansprechend, wussten aber nicht viel mehr, als dass er durch Glaubensflüchtlinge aus Holland gegründet worden war.
Dass es dort bis heute 5 Glaubensgemeinschaften gibt, erfuhren wir erst mit der Zeit, unter anderem dadurch, dass die 5 Religionsgemeinschaften ein gemeinsames ökumenisches Blatt herausgeben und an alle Haushalte verteilen.
Der enger werdende Kontakt zu Friedrichstädtern führte uns dann in die Gesellschaft für Friedrichstädter Stadtgeschichte, in der wir bald intensiv mitarbeiten sollten. 
Das Forschen im Stadtarchiv und im Landesarchiv in Schleswig machte Spaß. 

Meine Frau, Heike Norden, übersetzte die wohl wichtigste Veröffentlichung über die Geschichte der Stadt aus dem Englischen: FRIEDRICHSTADT AN DER EIDER: AN EARLY EXPERIENCE IN RELIGIOUS TOLERATION. Sie wurde erstaunlicherweise von einem Amerikaner aus Chicago verfasst, Sem C. Sutter. Jahrelang fand sie keine Beachtung, weil sie nur in englischer Sprache vorlag und lediglich ein einziges maschinenschriftliches Exemplar davon in Friedrichstadt zu finden war. Erst mit der bei Husum Druck gedruckten deutschen Übersetzung fand der Dornröschenschlaf ein Ende. Weil die gesamte offensichtlich zu kleine Auflage von etwas über 300 Exemplaren in wenigen Tagen vergriffen war, habe ich die vollständige deutsche Ausgabe in meine Website eingestellt.

Von mir liegen aus diesen Jahren ein Buch über die Schulen in Friedrichstadt (die Schulen seit 1624) und eine Reihe von Aufsätzen als Ergebnis meiner Recherchen vor. Sie sind in der folgenden Liste aufgeführt. Auf dieser Website wiedergegebene Beiträge sind hervorgehoben. Die Nr. des jeweiligen „Hefts“ der Gesellschaft für Friedrichstädter Stadtgeschichte, in dem der Aufsatz abgedruckt ist, wird mit angeführt.

Jörn Norden:
Religionsgemeinschaften und religiöse Toleranz in Friedrichstadt. Eine Übersicht.

(H.70, S.73ff)
Kinderspiele der Biedermeierzeit. (H.72, S.14ff)
Ein Sonderfall in der Schulgeschichte Schleswig Holsteins. Die Schulen Friedrichstadts seit 1624. (H.74, S. 1-259)
Guttempler in Friedrichstadt (H.75, S.33ff)
Der Mythologe Wilhelm Mannhardt. (H.75, S. 47ff)
Legenden und Wirklichkeit – eine überfällige Revision der gängigen Geschichtserzählungen über Friedrichstadt. (H.76, S.5-97)
Der Friedrichstädter Marktplatz. (H. 76,S.63ff)
Motiv Friedrichstadt. (H.86)
Der Große Garten in historischen Stadtplänen. (H.87ff)
Ferdinand Pont alias Pastor Phantastikus. (H.90, S.5ff)
Die Familie Stuhr in Friedrichstadt. (H.90, S.24-66)
Die Straßennamen der Stadt Friedrichstadt. (H.92)